Wissenswertes zum Leguan

Grüner Leguan beim Sonnenbaden

Systematik

Die wissenschaftliche Bezeichnung für den Leguan lautet Iguana. Als Schuppenkriechtiere gehören die Mitglieder der Familie der Leguane (Iguanidae) zur Klasse der Reptilien. Sie sind zudem eng mit Agamen und Chamäleons verwandt, die zusammen mit den Leguanen in der Gruppe der Leguanartigen (Iguania) zusammengefasst werden.

Arten

Bis 1989 gehörten den Leguanen ungefähr 50 Gattungen mit insgesamt etwa 700 verschiedenen Arten an. Ab 1989 wurde die wissenschaftliche Einteilung der Gruppe der Leguanartigen jedoch mehrfach überarbeitet. Heute unterscheidet man deshalb nur noch 8 existierende Gattungen, denen insgesamt knapp 40 verschiedene Arten angehören.

Herkunft

Leguane sind vorwiegend auf dem amerikanischen Kontinent beheimatet. Dort kann man sie vom Süden der USA über Mexiko bis hin nach Paraguay antreffen. Je nach Art sind die Echsen aber auch noch auf den Karibischen Inseln, den Fidschi-Inseln oder den Galapagos-Inseln zu finden.

Merkmale

Die äußerlichen Merkmale der Leguane sind sehr vielfältig. So erstreckt sich beispielsweise die Größe der jeweiligen Arten von kleinen 10 cm bis hin zu stolzen 2 m. Entsprechend unterschiedlich ist auch das Gewicht. Es reicht von wenigen Gramm bis hin zu deutlich über 10 Kg.

Aussehen

Leguane gibt es je nach Art in den verschiedensten Farben (angefangen von Grau über Grün und Gelb bis hin zu Blau, Orange oder sogar Pink). Manche Leguanarten sind eher einfarbig, andere verfügen hingegen über spezielle Musterungen, wie Streifen oder Flecken. Charakteristisch für Leguane ist, dass ihr Schwanz meist länger als der übrige Körper ist. Außerdem zeichnen sich die Tiere durch ihre typischen Schuppenkämme oder Kehlwammen am Kopf und den Stacheln, die bis zum Schwanz reichen können, aus. Diese äußerlichen Besonderheiten sind bei den Männchen stärker ausgeprägt als bei den Weibchen und spielen bei der Balz sowie bei Revierkämpfen eine sehr große Rolle. Ebenfalls typisch für Leguane ist, dass ihre Bauchschuppen größer als die Rückenschuppen sind.

Lebenserwartung

Wie alt Leguane werden hängt zum einen immer von der jeweiligen Art ab, da die unterschiedlichen Arten jeweils etwas unterschiedliche Lebenserwartungen besitzen. Im Allgemeinen kann man sagen, dass die Tiere als Haustiere ungefähr 10 bis 20 Jahre alt werden. Das Alter, das die Reptilien in Gefangenschaft erreichen, hängt dabei vor allem von den Haltungsbedingungen und der Ernährung während der ersten Lebensjahre ab. Tendenziell führt eine artgerechte Haltung also zu einem höheren Alter.

Ernährung

Der Leguan ist je nach Art mehr oder weniger ein natürlicher Allesfresser. Zwar ernähren sich die meisten Arten in der Wildnis hauptsächlich von Pflanzen, tierische Kost wie Insekten oder Schnecken werden aber auch nicht verschmäht. In der Terrarienhaltung kann man dem Leguan fast alles füttern, was die Natur und der Garten hergeben – angefangen von Löwenzahn über Klee bis hin zu Zucchini, Äpfeln und Bananen. Entscheidend ist das Calcium-Phosphor-Verhältnis und eine möglichst vielfältige Ernährung mit einer artgerechten Zusammensetzung (= 90 % pflanzlich).

Verhalten

Leguane sind territoriale Tiere, was bedeutet, dass sie ein ausgeprägtes Revierverhalten an den Tag legen. So dulden männliche Leguane in ihrem Revier beispielsweise lediglich Weibchen. Wird hingegen ein männlicher Rivale entdeckt, wird versucht, diesen um jeden Preis zu vertreiben. Nicht immer kommt es dabei direkt zu einem Kampf, denn Leguane besitzen zum Einschüchtern von Konkurrenten auch diverse Drohgebärden. Eine dieser Drohgebärden ist das markante Kopfnicken, durch das die Tiere ihre Konkurrenz beeindrucken und damit abschrecken wollen.

Haustier Leguan

Leguane sind in den vergangenen Jahrzehnten zu einem populären Haustier geworden. Die Reptilien sind wegen ihrer besonderen Anforderungen an die Haltungsbedingungen jedoch nicht wirklich einfach zu halten. Aus diesem Grund ist ein Leguan definitiv kein Haustier für Anfänger. Vor einer Anschaffung sollten sich zukünftige Halter deshalb unbedingt möglichst umfassend über die artgerechte Haltung der Tiere informieren. Denn gerade der Zeitaufwand und die hohen Haltungskosten werden von Neulingen häufig unterschätzt.